Mit dem Ohr der Erinnerung

Mit dem Ohr der Erinnerung
Über die Einflussnahme akustischer Phänomene auf die Raumwahrnehmung. Aufarbeitung der Diktaturen in Deutschland und Spanien.

Veranstaltungsart
Fachmodul/Werkmodul

Lehrperson
Dr. phil. Teresa Carrasco, Fakultät Kunst & Gestaltung (verantwortlich)
Dipl.-Ing. Yvonne Graefe, Fakultät Architektur & Urbanistik (verantwortlich)

Beschreibung
Deutschland und Spanien teilen eine Zeit unliebsamer Geschichte, deren Aufarbeitung weder in Deutschland noch in Spanien ihren Abschluss gefunden hat: den Nationalsozialismus und den Franquismus.
Die Aktualität dieser Frage zeigt die noch im Jahr 2017 beschlossene Umbenennung derjenigen 52 Namen von Straßen und Plätzen in Madrid mit Bezug zu Franco.

Generell entwickelte sich erst ab Ende der 1990er Jahre sowohl in den Medien als auch in der politischen und zivilgesellschaftlichen Auseinandersetzung eine geschichtspolitische Debatte über den von den Kritikern als „Pakt des Schweigens“ bezeichneten Umgang mit der Diktatur. In den vergangenen zehn Jahren ist in Spanien eine neue politische, soziale und kulturelle Dimension des öffentlichen Umgangs mit der franquistischen Vergangenheit festzustellen._
Auch der Holocaust gehört seither nicht nur zum Gedächtnis der Deutschen, sondern seiner wird global erinnert. In Deutschland dauerte es bis in das Jahr 2005, als nach jahrelangen Debatten in Berlin das Denkmal für die ermordeten Juden Europas eingeweiht werden konnte. Drei Jahre später wurde unweit vom Stelenfeld ein eigenes Denkmal zur Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung von Homosexuellen aufgestellt, und im Oktober 2012 folgte ein eigenes Denkmal für die Roma und Sinti. Die Unausweichlichkeit, dass bald auch die letzten Überlebenden des Holocaust und des Franquismus gestorben sein werden und sie nicht mehr unmittelbar persönlich Zeugnis vom Geschehen ablegen können, hat einen deutlichen Schub in der Dokumentation ihrer Erlebnisse, in der Musealisierung und Medialisierung bewirkt._
Von der Relevanz im Bezug auf den aufkeimenden Rechtspopulismus und den drohenden Verfall Europas ganz zu schweigen … In unserer hochschul- und disziplinübergreifenden Veranstaltungsreihe möchten wir mit Studierenden eine künstlerische Annäherung an das Thema finden. Gemeinsam werden wir im Wintersemester 2017/18 an der Professur Elektroakustische Komposition und Klanggestaltung und an der Professur Bauformenlehre der Bauhaus Universität Weimar, zwei Fachmodule anbieten, die sich mit dem Hauptthema Raum-Klang-Installation beschäftigen und inhaltlich ein Konzept zur Aufarbeitung der Diktaturen in Deutschland und Spanien entwickeln.
In enger Zusammenarbeit möchten wir Orte der diktatorischen Vergangenheit Spaniens und Deutschlands, die nicht selten einen janusköpfigen Charakter haben, suchen und räumlich wie akustisch erforschen. Wir werden Möglichkeiten ausloten, Räume akustisch zu verfremden und damit in Erinnerung zu rufen, was die Geschichte überschrieben hat.

Schwerpunkte:
Klangkunst und Politik
Raum-Klang-Installation
Architektur und Akustik
Raumwahrnehmung und Raumsimulation
Interaktive Architektur & Interaktive Klanggestaltung

Die Arbeiten münden in einer Ausstellung in Weimar im Frühjahr 2018. Eine weitere Ausstellung ist im Sommer 2018 in Solingen vorgesehen.

Anmeldung : teresa.carrasco.garcia@uni-weimar.de

Leistungsnachweis: Installation

Richtet sich an: A, U, M, LAK, FK, PD, VK, HfM

Termine:

Montags 11:00 – 12:30 Geschwister-Scholl-Str.8A – Raum 105

und 13:30 – 15:00 Coudraystrasse, 13a Raum 011

 

max. Teilnehmerzahl: 20 (10 pro Fakultät)
Unterrichtssprache: deutsch / englisch nach Bedarf

Beginn: 23.10.2017

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